Monatlich 12.000 Euro Verlust und kein Entgegenkommen in Sicht Apotheke in Großenhainer ELBLAND-Rehabilitationsklinik macht dicht

Apotheke im Facharztzentrum, Großenhain
17. Juli 2013

Monatlich 12.000 Euro Verlust und kein Entgegenkommen in Sicht Apotheke in Großenhainer ELBLAND-Rehabilitationsklinik macht dicht

Monatlich 12.000 Euro Verlust und kein Entgegenkommen in Sicht
Apotheke in Großenhainer ELBLAND-Rehabilitationsklinik macht dicht

Lange hatte Apothekerin Kerstin Förster nach einer Örtlichkeit zur Eröffnung einer weiteren Apotheken-Filiale gesucht. Gefunden hatte sie die vermeintlich passenden Räumlichkeiten im Gebäudekomplex der am 1. Februar 2013 offiziell eröffneten „ELBLAND Rehabilitations- und Präventionsklinik“ in Großenhain, dem gemeinsamen Unternehmen der ELBLANDKLINIKEN-Gruppe und der „Recura Kliniken GmbH“. Doch nun, nach kurzer Öffnungsphase, ist Kerstin Förster gezwungen, ihre „Apotheke im Facharztzentrum“ ab sofort für immer zu schließen.

„Es gab von Anfang an leider viele Probleme, die zum großen Teil nach wie vor nicht behoben sind. So wurden beispielsweise die Parkplätze vor dem Haupteingang der Klinik erst im Juli dieses Jahres und nicht wie versprochen, bereits Monate zuvor fertiggestellt. Zudem sollte unsere neue Apotheke im Oktober 2012 laut Aussage der Klinikleitung eröffnet werden können. Wir stellten insgesamt vier Mitarbeiter ein. Diese konnten ihre Dienste allerdings erst am 15. April 2013 antreten, da die Eröffnung seitens der ELBLANDKLINIK immer wieder, unter anderem aufgrund eines Wasserschadens, von dem ich jedoch nur durch Zeitungsartikel erfuhr, verschoben werden musste.

Genau einen Monat konnten wir für unsere Kunden da sein. Am 15. Mai folgte die temporäre Schließung. Der Grund war damals eine nicht ausreichend funktionierende Klimaanlage. Während der besagten vier Wochen waren die Außentemperaturen bereits sehr hoch, wodurch wir auch innerhalb der Apotheke eine Raumtemperatur zwischen 27 und 33 Grad Celsius erreichten. Laut Apotheken-Betriebsordnung viel zu hoch! Maximal 25 Grad Celsius sind gesetzlich zugelassen. Auf Nachfragen und Bitten, dieses massive Problem zu beheben, reagierte in der ELBLAND Rehabilitations- und Präventionsklinik damals niemand. Daher entschlossen wir uns, fast schon gezwungenermaßen, zur Schließung unserer Apotheke.

Nachdem wir über unseren Anwalt eine Abmahnung herausschicken ließen, reagierten die Verantwortlichen endlich und versprachen, das Problem der nicht ausreichend funktionierenden Klimaanlage zu beheben. Dies geschah, doch leider nicht zu unserem Vorteil. Nach der erneuten Eröffnung am 3. Juli entdeckten wir das nächste Problem. Eine leistungsstärkere Klimaanlage wurde zwar eingebaut, jedoch verursacht diese zusätzliche Kosten für uns, da der Stromverbrauch über unseren apothekeninternen Verteiler, und nicht wie üblich und vorher der Fall, über den Gesamtstromverteiler des gesamten Klinikkomplexes läuft. Über das Mehr an Kosten möchte ich lieber noch nicht nachdenken, denn es plagen uns noch weitere Probleme. Als die Rehabilitations- und Präventionsklinik öffnete, gab es nur den Hintereingang, um das Gebäude betreten zu können. Uns wurde damals zugesagt, dass dieser wieder für die Allgemeinheit geschlossen wird, sobald der Haupteingang fertiggestellt ist. Auch dies ist bisher nicht geschehen.

Der Besucherstrom verläuft nach wie vor über den Hintereingang, so dass wahrscheinlich kaum jemand überhaupt weiß, dass wir als öffentliche Apotheke im Komplex der ELBLAND Rehabilitations- und Präventionsklinik integriert sind. Weiterhin sind im Klinikgebäude Räumlichkeiten vorgesehen, die laut Aussage der Klinikleitung schon längst als Praxisräume eines HNO-Arztes und eines Allgemeinmediziners genutzt werden sollten. Diese stehen aber nach wie vor leer. Die beiden Praxen sind jedoch für die Auslastung unserer Apotheke sehr wichtig, da wir die Klinik an sich nicht mit Medikamenten versorgen dürfen.

Nicht nur aus diesem Grund haben wir zurzeit monatlich mit einem Verlust von rund 12.000 Euro zu kämpfen: Allein 75.000 Euro finanzieller Schaden entstand durch die verzögerte Eröffnung durch angefallene Personalkosten. Trotz dieser grundlegenden Abweichungen von der Vertragsgrundlage war die Klinikleitung nicht bereit, den Vertrag auch nur zeitweise anzupassen, vielmehr weigerte sich die Klinikleitung kategorisch, im laufenden Jahr überhaupt über eine Mietanpassung zu reden. Da die drei von mir in Großenhain und Gröditz geführten Apotheken rechtlich eine Einheit bilden und ich die Verantwortung über insgesamt 24 Arbeitsplätze trage, sehe ich mich gezwungen, mit sofortiger Wirkung diese neue Filiale zu schließen, da die Verluste nicht mehr länger tragbar und damit auch nicht wirtschaftlich zu vertreten sind“, erklärt Kerstin Förster, Apothekerin und Inhaberin der Apotheke im Facharztzentrum.

Weitere Infos: www.die-loewen-apotheke.net

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